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Ist denn cm armer Sohn dieser Erde so unglücklich,daß er verzagen kann mitten im Glanze des Morgens, sonahe an Gott auf den heißen Stufen seines Throns?
Fliehe mich nicht, mein Theurer, weil mich immer einSchatten umzingelt, der sich täglich verdunkelt, bis er endlichals eine kleine Nacht mich cinbauet. Ich sehe den Himmelund Dich durch den Schatten; in der Mitternacht lächle ichund im Nachtwind geht mein Athen: voll und warm. Denn,o Mensch, meine Seele hat sich aufgcrichtct gegen die Sterne:der Mensch ist ein Engbrüstiger, der erstickt, wenn er liegtund seinen Busen nicht aufhcbt. — Aber darfst Du die Erde,diesen Vorhimmel, verachten, den der Ewige gewürdigt, un-ter dem lichten Heer seiner Welten mitzugehen? Das Große,das Göttliche, das Du in deiner Seele hast und in derfremden liebst, such' auf keinem Sonnenkratcr, auf keinemPlanetcnbodcn — die ganze zweite Welt, das ganze Ely-sium, Gott selbst erscheinen Dir an keinem andern Ort, alsmitten in Dir. Sei so groß, die Erde zu verschmähen,werde größer, um sie zu achten. Dem Mund, der an siegebückt ist, scheint sie eine fette Blumen-Ebene — dem Men-schen in der Erdnähe ein dunkler Weltkörpcr — demMenschen in der Erdferne ein schimmernder Mond.Dann erst fließet das Heilige, das von unbekannten Höhenin den Menschen gesenkt ist, aus Deiner Seele, vermischt sichmit dem irdischen Leben, und erquickt alles was dich umgibt:so muß das Wasser aus dem Himmel und seinem Gewölk'erst unter die Erde rinnen und aus ihr wieder aufquellen,eh' cs zum frischen Hellen Trunk geläutert ist. — Die ganzeErde bebt jetzo vor Wonne, daß alles ertönt und singt undruft, wie Glocken unter dem Erdbeben von selber erklingen.