Wunden sogleich zu — „Nein! (sagst du immerfort in derSabbatwochc) ich muß mich noch einige Tage so ruhig er-halten." — Du verlangst zum Stoff der Freude säst nichtsals Daseyn, ja der Sonnenstich einer Entzückung würde die-sen kühlen magischen durchsichtigen Morgen-Nebel in einGewitter verdichten — Du stehst immerfort hinaus insBlaue, als möchtest du danken und weinen, und umher aufder Erde, als wolltest du sagen: „wo ich auch heute wäre,da wäre ich glücklich!" und das Herz voll schlafender Stürmeträgst du, wie die Mutter das entschlummerte Kind, scheu
und behutsam über die weichen Blumen der Freude.-
Aber die Stürme fahren doch aus und greifen nach demHerzen! ...
Ach was müssen wir nicht alle schon verloren haben,wenn uns die Gemälde seliger Tage nichts abgewinnen alsSeufzer? O Ruhe, Ruhe, du Abend der Seele, du stillerHesperuö des müden Herzens, der allezeit neben der Sonneder Tugend bleibt — wenn unser Inneres schon vor deinemsanften Namen in Thräncn zerrinnt: ach ist das nicht einZeichen, daß wir dich suchen, aber nicht haben? —
Viktor verdankte die Sieste seines Herzens den — Wis-senschaften, besonders der Dichtkunst und derPhilosophie,die beide sich wie Kometen und Planeten um dieselbeSonne (der Wahrheit) bewegen und sich nur in der Figurihres Umlaufs unterscheiden, da Kometen und Dichter blosdie größere Ellipse haben. Seine Erziehung und Anlagehatte ihn an die Lebens- und Feuer-Luft der Studirstubegewöhnt, die noch die einzige Schlafkammer (Dormitorium)unserer Leidenschaften und das einzige Profcß-Hauö und derGlückshafcn der Menschen ist, die dem breiten Strudel der