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3 (1847) Hesperus oder 45 Hundsposttage : erstes Heftlein
Entstehung
Seite
153
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Sinne und Sitten entgehen wollen. Die Wissenschaftensind mehr als die Tugend ihr eigner Lohn, und jene machender Glückseligkeit thcilhaftig, diese nur würdig; und die Preis-medaillen, Pensionen und positiven Belohnungen und derJnvcnziondank, die viele Gelehrte für ihr Studircn habenwollen, gehören höchstens den literarischen dienenden Brü-dern, die sich dabei abmartern, aber nicht den Meistern vomStuhle, die sich dabei entzücken. Ein Gelehrter hat keinelange Weile; nur ein Thron-Jnsaß lasset sich gegen dieseNcrvenschwindsucht hundert Hof-Feste verschreiben, Gcsell-schaftkavalierc, ganze Länder und Mcnschcnblut.

Du lieber Himmel! ein Leser, der in Viktors Sabbat-wochen eine Leiter genommen hätte und an sein Fenster ge-stiegen wäre: hätte der etwas anders darin erblickt, als einjubelndes Ding, das aus den wissenschaftlichen Feldern wieunter seligen Inseln umherglitt? Ein Ding, das entzücktnicht wußte, sollt' es denken, oder dichten, oder lesen, be-sonders was? oder wen? aus dem ganzen vor ihm stehen-den hohen Adel der Bücher. In dieser Brautkammerdes Geistes (das sind unsere Studirstubcn), in diesem Kon-zertsaal der schönsten aus allen Zeiten und Plätzen versam-melten Stimmen hinderten ihn die ästhetischen und philoso-phischen Lustbarkeiten fast an ihrer Wahl; das Lesen riß ihnins Schreiben, das Schreiben ins Lesen, das Nachdenken indie Empfindung, diese in jenes.

Ich könnte in dieser Schilderung vergnügter fortfahrcn,wenn ich'ö vorher hätte geschrieben gehabt, wie er studirte:daß er nämlich nie schrieb, ohne sich über dieselbe Sachevoll gelesen zu haben, und umgekehrt, daß er nie las, ohnesich vorher darüber hungrig gedacht zu haben. Man sollte,