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3 (1847) Hesperus oder 45 Hundsposttage : erstes Heftlein
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Jetzt erst erheiterte ihn der Kirchcnschmuck des Morgens,und die Morgenluft floß wie ein kühleö Halsgehcnk aufseinem heißen Busen umher, und legte spielend Haar undBusenstreif zurück. Er fühlte, nun sei er werth, an Ema-nuel geschrieben und an den Himmel gcschauct zu haben ...

Flamin trat ein mit einiger Kälte, die vom erblicktenBrief noch etwas stieg. Viktor war nicht kalt zu machen;blos als man unten ihn mit keinem Wort an seine gestrigenDithyramben erinnerte: that er aus Besorgniß, crrathen zuseyn, einen zornigen versteckten Schwur, wenn sie käme,nicht zu kommen welches auch zu machen war, denn stekam nicht. Sie hatte in Maienthal noch Gepäck abzuholen,Freundschaften zu begießen und noch einmal in den Zauber-krcis ihres geliebten Lehrers zu treten; und war also dahinabgegangcn.

Die nächsten Wochen tanzten setzt wie eben so vieleHoren in Anglaisen und Cotillons vor Sebastian vorbei.Seine Vormittage hingen voll Früchte, seine Nachmittagevoll Blumen; denn am Morgen wohnte seine Seele mitihren Anstrengungen in seinem Kopfe, gegen Abend in seinemHerzen. Abends liebt man Karten Gedichte Aufrich-tigkeit Weiber Musik recht sehr, Morgens recht wenig;in der Geisterstunde ist sene Liebe am allerstärkstcn.

Zwei Sorgen ausgenommen die erste war: ob seinEmanuel ihm bald genug schreiben würde, damit er ihnvielleicht noch besuchen könnte, eh' er an die Deichsel desHof- und Staatswagens geschirrt wäre; die zweite war:letztes zu bald zu werden hatt' er jetzt fast nichts zuthun, als glücklich zu seyn oder glücklich zu machen; denn in