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3 (1847) Hesperus oder 45 Hundsposttage : erstes Heftlein
Entstehung
Seite
149
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ich denn heute nicht, was ich gestern war und vielleicht mor-gen seyn werde? Was gewinnt der Mensch durch diesesAuf- und Unterlochcn? Und auf was kann er in sich dennbauen?"

Unerdessen hatte sich das Feuerrad der Erdenzeit, dieSonne, gießend heraufgedreht, und brannte am Ufer derErde. Er riß das Fenster auf und wollte die unbedeckteBrust im frischen Morgenwinde baden, und das heiße Augeim rothen Meer Auroreus; aber etwas in ihm drängte sichwie ein Nachgeschmack zwischen den Genuß des Morgenlan-des. Ein guter Mensch ist unter den Gewissensbissen künf-tiger Handlungen durchaus zum Genüsse verdorben.

Es stieg in ihm eine übermanncnde Rührung langsamauf die gestrige Nacht trug wieder ihren leuchtenden Re-gen, sein brausendes Herz und Emanuels Schatten vorüber er lief immer stärker und zwar in die Quere durchsZimmer strickte den Schlafrock knapper an schüttelteetwas aus dem Auge that einen steilrechten Sprungschnellte einNein!" hervor und sagte mit einem unaus-sprechlich-heitern Lächeln:Nein! ich will meinen Flaminnicht betrügen! Ich will sie weder suchen noch meiden, undihre Freundschaft nicht eher begehren als zur Zeit seineshöchsten Glücks. Wie dich da*), so will ich die himmlischeGlanzbüste anschauen, und nicht begehren, daß sie Wärmeannehme und das kalte Gypöauge auf mich wende. Aberdu, mein Freund, sei glücklich und ganz selig, und merkenicht einmal meinen Kampf!"

*) Die Büste des Vatikanischen Apollo, an der er keine andreGestalt bilden lernen wollte, als seine eigne.