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3 (1847) Hesperus oder 45 Hundsposttage : erstes Heftlein
Entstehung
Seite
148
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die Lohe weg:was Hab' ich denn aber gethan? Hab' ichnicht für ihn mit tausend Freuden gesprochen, gehandelt,geschwiegen? Kein Blick, kein Wort ist mir vorzuwcrfen was denn noch sonst?"

Der Engel des Lichts oder Feuers mußte setzt entsetz-lich gegen die vorwedelnde Flamme blasen.

Sonst noch? Gedanken vielleicht, die aber wie Feld-mäuse der Seele unter die Füße springen und sich wieOttern anlegen. Aber dürfen mir denn die Kantianeransinnen, daß ich daS kleine Bild der schönsten und bestenGestalt, die ich in dreier Herren Landen bisher vergeblichzitirte, einen solchen Naphaclö-Kopf, eine solche Paradieses-Antike zum Fenster hinauöwerse aus der Villa meines Ko-pfes wie Aepsclschalen und Pflaumenkerne? Mich würd' esvon den Kantianern wundern. Und wenn's drinnen stehenbleiben soll, soll ich denn ein Vieh seyn, ihr Katecheten,und es kalt anglotzen? Ich mag nicht! Ja ich will mirselber trauen und von dem schönsten Herzen sogar die Freund-schaft fordern und ihm doch die Liebe lassen!" LieberLeser, unter diesem ganzen summarischen Prozeß vor derGcsctzkvmmission des Gewissens Hab' ich über dreißigmalzu mir gesagt:ihr beide, du und der Leser, seid um keinHaar ehrlicher gegen das Gewissen!"

Er zog sich langsam am Bettzopf aus dem Bette, daser sonst mit einem Sprunge verließ: es stockte ein Jdeenradin ihm. Er las seinen gestrigen Brief und fand ihn zustürmisch:Das ist eben, sagte er, unsre Nichtigkeit, daßalles, was der Mensch für ewig hält, in Einer Nacht er-friert; über unser Gesicht laufen die heftigsten Züge nichtschneller und spurloser als über unser Herz Warum bin