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3 (1847) Hesperus oder 45 Hundsposttage : erstes Heftlein
Entstehung
Seite
137
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Klotildcn anlangend, so ging's vor dem Essen rechtgut; aber nachher recht schlecht. Ich rede von Sebastian,der nach der beim Lord eingelegten Bittschrift sroher undleichter war, und mit Klotildcn wahrhaftig so freimüthigsprach, als wäre sie eineBraut. Denn er hatt' es schonim Hannoverschen gesagt:es gebe kein langweiligeres undheiligeres Ding, als eine Braut, besonders eines Freundesseine; lieber woll' er an die mürben Pandekten in Florenz oder an einen Wiener H. Leib im Glasschrank streifen undtippen, als an sie." Ucbcrhaupt war'ö schwer, sich inKlotildc zu verlieben; ich weiß, der Leser hätt' cs nichtgcthan, sondern sich kalt wieder fortgcmacht.Ihre grie-chische Nase unter der fast männlich breiten Stirne, hält'er gesagt diese Schwester-Nase aller Madonnen unddieses seltne Gränzwildprct auf deutschen Gesichternihre stillen, aber Hellen Augen, die außer sich nichts suchen,dieser brittische Ernst, diese harmonische denkende Seele er-geben sie über die Rechte der Liebe. Wenn diese maje-stätische Gestalt auch lieben wollte: wer hätte den Muth,ihre seine darauf zu bieten, und wer wäre so eigennützig,um das Geschenk eines ganzen Himmels einzustecken, oderso stolz, um sein Herz als Dampfkugel in ihres zu schie-nen und damit diese stille sinnende Heiterkeit zu benebeln?" Der Leser liefet sich selber gern.

Aber nach dem Essen ging's anders. Unter ViktorsGehirnhäuten hatte irgend ein Poltergeist im innen, Schrift-kasten alle Lettern seiner Ideen so untereinander geworfen,daß er bisher lustig, aber unzufrieden war er hatte ver-sucht, Agathcnö Haare auf- und abzulocken, ihre Doppcl-schleisen in ungleiche und eben darum wieder in gleiche Hälft