in seine bessere und sing mit der herzlichsten feinsten Scho-nung, die man sogar der wahren Freundschaft für einen un-ächten Freund gewähren muß, seinen Bildersturm an. Dennindem er die Kammerhcrrin tadelte, daß sie ans AgathenBlicke von ihrem Wipfel herunterwürfc, die nichts reinereswären, als was sonst Affen vom ihrigen auf die Leute schick-ten; und indem er den Hofjunker tadelte, daß er wie vieleEdelleute erst unter Edellcuten den ketzerischen Geruch einesBürgerlichen am meisten (vielleicht durch Hülfe des Gegen-satzes) verspürte, und daß seine Worte und Mienen im Schlossewie Eisspitzen ans gute warme Herz Agathcns anflögen: sowar der Tadel dieses Maisrosteö gegen die Schwester nurein Vorwand, in welchen er die Anmerkung cinhüllte, daßder Hofjunker FlaminS Freund nicht sepn würde, wenn ernicht Agathens Liebhaber wäre. —
FlaminS Schweigen (das Zeichen seiner Entrüstung) gabdem Strom seiner Bcredtsamkcit einen neuen schneller» Ab-hang; noch dazu rief eine in Le BautS Garten dichtendeNachtigall alle Echo der Liebe ans seiner Seele wach. Daherergriff er freilich FlaminS beide Hände in jener Ucberwal-lung, die immer seine Schritte zum Ziele in Sprünge um-setzte und dadurch das ganze Ziel übcrrenntc. — Viele Planeverunglücken, weil das Herz dem Kopfe nacharbeitet, undweil man beim Ende der Ausführung weniger Behutsam-keit auswcndet, als beim Anfänge derselben. Er sah seinenGeliebten an, die Flötcnkchlc der Nachtigall setzte den Textseiner Liebe in Musik, und unbeschreiblich gerührt sagte er:„Du Bester! dein Herz ist zu gut, um nicht von denen über-listet zu werden, die dich nicht erreichen. O wenn einmal„die Schneide dcö Hof-TonS blutig über die Adern deiner