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Der Ehe- und Säemann siel jetzt immer mehr in denSphärengesang der Nacht mit dem Schnarrwcrk seines Hu-stens ein; endlich machte er sich mit der enthusiastischen Freun-din Viktors fort, und ließ die beiden Freunde allein in derschönen Nacht mit den zwei vollen Herzen zurück, die in ein-ander sich zu ergießen lechzten.
Flamin hatte diesen ganzen Tag eine schweigende rüh-rende Sanftmuth gezeigt, die selten in sein Inneres kam,und die zu sagen schien: ich habe etwas auf dem Herzen.Als die Warte öder war, so verheimlichte Viktor, der vonliebenden Träumen voll und weich geworden, seine in Thrä-nen stehenden Augen nicht mehr, er schlug sie frei auf vordem ältesten Liebling seiner Tage und zeigte ihm jenes offneAuge, welches sagt: blicke immer durch bis zum Herzen hin-unter, cs ist nichts darin als lauter Liebe . . . Stumm gin-gen die Wirbel der Liebe um beide und zogen sie näher -—sie öffneten die Arme für einander und sanken ohne Lautzusammen, und zwischen den verbrüderten Seelen lagen bloszwei sterbende Körper — hoch vom Strome der Liebe undWonne überdeckt, drückten sich auf eine Minute die trunk-neu Augen zu; und als sie wieder anfgingen, stand dieNacht erhaben mit ihren in ewige Tiefen vcrsunknen Sonnenvor ihnen, die Milchstraße ging als der Ring der Ewig-keit um die Uncrmeßlichkeit, die scharfe Sichel des Erden-mondö rückte schneidend in die kurze» Tage und Freuden derMenschen. —
Aber in dem, was unter den Sonnen stand, was derRing umzog, was die Sichel angriff, war etwas höher,fester und Heller als diese — es war die unvergänglicheFreundschaft in den vergänglichen Hüllen.