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3 (1847) Hesperus oder 45 Hundsposttage : erstes Heftlein
Entstehung
Seite
78
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hängende Lindcnblättcr verdecken konnte: so war's in derSekunde, wo seine Stimme unter ihr erliegen wollte, einrechtes Glück, daß er über die Warte hinauöschautc und denKutscher wieder heranschrcitcn sah. Dieser ries unten:vonSeebaßen hätt' er's gekriegt, aber den Augenblick erst."Agathe lief leidenschaftlich hinab, und unten, nach Lesung einesBlättchens, über die Wiesen hinüber. Der Balgtreterstieg, gleich einem Barometer vor dauerhaftem Wetter, lang-sam hinauf und brachte sich und den zurückgelangten Zettel,trotz alles obcrn WinkeuS, mit seinen Hebelarmen keine Mi-nute früher auf den Thurm. Im Zettel stand mit KlotildcnsHand:komm' in Deine Laube, Geliebte!"

Alle Augen liefen setzt der Läuferin nach, und flattertenmit ihr durch das Helldunkel dcS Abends in den Pfarrgarten,um dessen Laube man doch niemand sah. Kaum hatte Agathedie Oeffnung der letzten ins Auge bekommen, als ihr EilenFliegen wurde und als sic beinahe an ihr war, flog eineweiße Gestalt mit ausgcbreitetcn Armen heraus, und in ihrehinein, aber die Laube verhüllte das Ende der Umarmung,und lange standen alle wartende Augen vergeblich auf derKlause der Liebe.

Die Kaplänin, die sonst allen Mädchen nur Standes-erniedrigungen, nicht Standeserhöhungcn gewährte, ertheiltesetzo Klvtilden alle sieben Weihen, und lobte sic so sehrvielleicht auch da sie ihre Landsmännin von mütterlicher Seitewar daß Viktor die Lobrcdnerin und die Gelobte hättezugleich umarmen mögen. Der Kaplan setzte zu ihremLobe noch dazu, er habe ihr Namenö-Jnizial-K mit Tulpengleichsam wie einen Titel roth gedruckt, und der Buchstabeauf dem Beete glänze, wenn er blühe, weit und breit.