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3 (1847) Hesperus oder 45 Hundsposttage : erstes Heftlein
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der Bedingung, daß darin die Wahrheit nur meine Gcscll-schaftdame, aber nicht meine Führerin sei.

In Besuchzimmcrn macht man sich durch allgemeineSatiren verhaßt, weil sie jeder auf sich ziehen kann; per-sönliche rechnet man zu den Pflichten der Medisance, undverzeiht sie, weil man hofft, der Satiriker falle mehr diePerson als das Laster au. In Büchern aber ist cs geradeumgekehrt, und eS ist mir', falls einige oder mehre Spitz-buben in unsrer Biographie, wie ich hoffe, Rollen haben,das Inkognito derselben ganz lieb. Ein Satiriker ist hierinnicht so unglücklich wie ein Arzt. Ein lebhafter medizini-scher Schriftsteller kann wenige Krankheiten beschreiben, dienicht ein lebhafter Leser zu haben meine; dem Hppochon-dristcn impfet er durch seine historischen Pazienten ihreWehen so gut ein, als wenn er ihn ins Bette zu ihnenlegte; und ich bin fest versichert, daß wenige Leute vonStande lebhafte Schilderungen der Lnstseuche lesen können,ohne sich einzubilden, sie hätten sie, so schwach sind ihreNerven und so stark ihre Phantasien. Hingegen ein Sati-riker kann sich Hoffnung machen, daß selten ein Leser seineGemälde moralischer Krankheiten, seine anatomischen Tafelnvon geistigen Mißgeburten auf sich anwendcn werde; erkann froh und frei Despotismus, Schwäche, Stolz undNarrheit ohne die geringste Sorge malen, daß einer der-gleichen zu haben sich einbilde; ja ich kann das ganze Pu-blikum oder alle Deutsche einer ästhetischen Schlafsucht,einer politischen Abspannung, eines kamcralistischen Phlegmagegen alles, was nicht in den Magen oder Beutel geht,beschuldigen; aber ich traue jedem, der mich liefet, zu, daßer wenigstens sich nicht darunter rechne, und wenn dieser