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1 (1847) Die unsichtbare Loge : 1ster Theil
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düng über den Tausch entgegengesetzter Szenen dem Leserhalbiren, die der arme Gustav ganz bekam, da cs untenrief:

Wollt ihr gleich!" Die Rittmeisterin legte in denTon mehr Beleidigendes, als mein unschuldiger Gustav nochzu fühlen verstand. Die Liebhaberin verliert in solchen lieber-raschungen den Muth, den der Liebhaber bekommt. Die erstenVersikcl des abgeflnchten Strafpsalms durchlöcherten das Ohrder schuldlosen Regina, welche stumm und weinend ans demGarten schlich und so den freudigen Tag trübe beschloß. Diesanstcrn Verse erfaßten den Gcschichtdichter, der seine Lontesmoi-aux ästhetisch und mit Pathos auszumachen vorhatteund nun selber von einem fremden Pathos erwischt wurde.Ernestinens Herz, Lippen und Ohren waren hinter den streng-sten Gittern erzogen; daher wich ihre so melodische Seele(bei einem bloßen Kuß) in eine fremde harte Tonart aus;sie gab vom schönsten Mädchen nichts zu, als:ein gutesMädchen ist's." Ueberhaupt ist die Frau, die gewisse Fehl-tritte einer andern sehr schonend bcurtheilt, mit ihrer Dul-dung verdächtig; eine ganz reine weibliche Seele erzwingt an

"') Gustavs Muth zum Kuß ist übrigens natürlich. Unser Ge-schlecht durchläuft drei Perioden des Muths gegen dasschöne die erste ist die kindliche, wo man beim weiblichenGeschlecht noch aus Mangel an Gefühl re. wagt diezweite ist die schwärmerische, wo man dichtet, aber nichtwagt die dritte ist die letzte, wo man Erfahrung genughat, um frcimüthig zu sey», und Gefühl genug, um dasGeschlecht zu schonen und zu achten. Gustav küßte in derersten Periode.