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als die ganze DiözeS. Der Mensch thut lieber mehr wieseine Pflicht als seine Pflicht.
Da Gustav nicht wußte, daß Mädchen nichts übersehenund alles überhören: so war ihm der ganze Katechismus einLiebebrief, in dem er sich mit ihr unterrcdctc. Wenn sie demSenior zu antworten hatte: wurd' er roth; „der Senior,dacht' er, kann sein Fragen und Quälen nicht verantworten",und sein Schncrve wurzelte ans ihrem Gesichte.
Da die Falkenbergischen kein besonderes Kommunizir-zimmer mit sammtncn Dielen hatten: so ging meine Pathe,der Rittmeister, an der Spitze ihrer Lehnlcnte um den Altar;also auch Gustav.
Am Bcichtsonnabcnd — O ihr stillen Tage meiner frömm-sten Entzückungen, geht wieder vor mir vorüber und gebtmir euere Kinderhand, damit ich euch schön und treu be-schreibe! — Am Sonnabend ging Gustav nach dem Essen —schon unter demselben könnt' er vor Liebe und Rührung seineEltern kaum ansehen — die Treppe hinaus, um nach einerso schönen Sitte den Seinigcn seine Fehler abzubitten. DerMensch ist nie so schön, als wenn er um Verzeihung bittetoder selber verzeiht. Er ging langsam hinauf, damit seineAugen trocken und seine Stimme fester würde; aber als ervor die elterlichen kam, brach ihm alles wieder, erhielt langein seiner glühenden Hand die väterliche, um etwas zu sagen,um nur die drei Worte zu sagen: „Vater vergib mir;" aberer fand keine Stimme, und Eltern und Kind verwandeltendie Worte in stille Umarmungen. Er kam auch zu mir . . .in gewissen Verfassungen ist man froh, daß der andre in dernämlichen ist und also unsre vergibt... Ich wollt', Gustav,ich hätte dich jetzt in meiner Stube. — Wenn Kinder sich