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und daß die Scholarchate nicht mir und der Natur nach-gehen. -
Die Natur erzieht nämlich unfern Geschmack durch vor-ragende Schönheiten für feinere; der Jüngling zieht den Witzder Empfindung vor, den Bombast dem Verstand, den Lu-kan dem Virgil, die Franzosen den Alten. Im Grunde hatdieser minderjährige Geschmack nicht darin Unrecht, daß ergewisse niedere Schönheiten stärker empfindet als wir, sonderndaß er die damit verbundnen Flecken und höhere Reize schwä-cher empfindet als wir alle; denn wir würden nur desto voll-kommncr seyn, wenn wir zugleich mit dem fetzigen Gefühl fürdas griechische Epigramm das verlorne Jugend-Entzücken überdas französische verknüpfen könnten. Man sollte also denJüngling sich an diesen Leckereien, wie der Zuckerbäcker sei-nen Lehrfungen an andern, so lange sättigen lassen, bis ersich daran überdrüssig und für höhere Kost hungrig genossenhätte; — fetzo aber übersetzt er sich umgekehrt an den Altensatt und bildet und reizet damit seinen Geschmack für dieNeuern. In unserer Autoren-Welt erscheinen die traurigenFolgen davon, daß Scholarchate den Anfang mit dem Endemachen und von Schriftstellern, die blos dem zartesten bestenGeschmacke die letzte Ründe geben, den gmnnasiastischen ausdem Groben wollen hauen lassen und so weder der Naturfolgen noch mir.
Die Scholarchate besorgen freilich, „ dadurch käme unterdie jungen Leute mehr Witz als schicklich ist, wenn man denSeneka, Epigrammen und verdorbne Autors lese." Meine
*) Fühlen denn alle Deutsche die Mcssiade, die der deutschenSprache und biblischen Geschichte kundig sind?