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1 (1847) Die unsichtbare Loge : 1ster Theil
Entstehung
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Zwei ganze Wochen trieb er sein Lamm auf die Weide,eh' sein Muth so weit stieg, daß er nicht sich neben ihrStrickzeug hinsetzte, dicß überstieg Mcnschenkräfte, sondernnur daß er - das Schaf an seinem Postillon ck'amour festhielt, nicht um es zu Reginen hinzuziehen, sondern um selbervon ihm hingczogen zu werden; denn die beste Liebe ist amblödesten, wie die schlimmste am kühnsten. Wie ein stillenderMond legte sich alsdann, wenn sie mehr in seinen Gedankenals in seinen Augen war, ihr Bild an seine träumende Seeleund so viel war ihm genug. Sein zweites Mittel, ihrAkzessist zu werden, war der runde Schatten eines tieferunten schwankenden Lindcnbaums, hinter dem die Abendsonne,wie hinter einem Jalousieladen, sich zersplitterte. Mit die^sem Schatten rutscht' er nun der Regina immer näher; unterdem Vorwand als mied' er die eine Sonne, rückte er einerandern rüthern zu. Von solchen kleinen Spitzbübereien läuftdie Liebe über; sie werden aber alle crrathen und alle ver-ziehen; und sie werden oft mehr vom Instinkt als vom Be-wußtsein cingegeben. Wenn freilich der Abend langsam ausdem Thal sich in die Höhe richtete wenn die einschlum-mernde Natur in abgebrochenen Lauten des zu Bette gcgang-nen Vogels gleichsam noch ein Paar Worte im halben Schlafesagte wenn das Glockenspiel am Halse der Heerde, dieunschuldige Blumen der Freude aus Wiesen pflückte, und dereintönige Guckguck und das verwirrte Abendgeräusch die Tastender leisesten Saiten gedrückt hatten: so nahm sein Muth undseine Liebe um ein Namhaftes und nicht selten in dem Gradezu, daß er den Kuchen, den er für sie eingesteckt, öffentlich'aus der Tasche holte und ohne Bedenken ins Gras legte,um ihr wirklich den Antrag dieses Backwerks zu machen, so-