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1 (1847) Die unsichtbare Loge : 1ster Theil
Entstehung
Seite
93
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Nur im tauscndsährigcn Reiche gibt cs solche Nachmit-tage, wie Gustav an der Anhöhe, gleichsam auf dem Schooßeder Erde, hatte. Mein Vater hätte mich in die Zcichcnschulesenden sollen: könnt' ich nicht setzt die ganze Landschaft inmeinem Farbenstrom statt im Dintcnstrom auffangcn undhinausspicgeln? Wahrhaftig ich könnte scdcs Gebüsch mitdem hincinschlüpfcndcn Vogel dem Leser in die Augen zurück-spiegeln, sedc lippcufarbige Nothbecrc der Felsen-Abdachung,scdcö von Anflug überwachsene Schaf und jeden Baum, dendas Eichhörnchen mit zerbröckelten Tannzapfcn umsäetc. In-zwischen gibt Dinge, an denen wieder die Jltishaarc desPinsels vergeblich bürsten, die aber schön aus meinem Kielerinnen das auf Genüssen schwimmende Ange Gustavsschifft leicht hinüber und herüber zwischen dem Lamme, demHellen Blumcngrund mit der Schatten-Landspitze und zwischendem Zauber-Gesichte Regincns und braucht nirgend wcgzu-blicken.

Warum sagt' ich ein Zauber-Gesicht, da cS ein alltäg-liches war? weil mein kleiner Apollo und Schafhirt mittrinkenden Augen auf dieses Gesicht wie auf eine Blumeflog. Unter einer Hirnschale wie seine, zu welcher den gan-zen Tag die weiße Flamme der Phantasie, und kein blauesBranntcwcin - Flämmchen des Phlegma, auffackeltc, mußtescdcs weibliche Gesicht mit vcrgüldctcn Reizen in Göttcr-farbe und nicht in Todtcnfarbe dastchen. Alle Schönen hat-ten bei ihm den Vorthcil noch, daß er sie nicht seit zehnJahren, sondern seit zehn Tagen sah. Indessen ist das nichtseine erste Liebe, sondern nur ein Frühgottesdienst, einVorfcst, ein Protcvangclium irgend einer ersten Liebe, mehrnicht.