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1 (1847) Die unsichtbare Loge : 1ster Theil
Entstehung
Seite
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that es nicht; das Gefühl für Malerei entwickelt sich wieder Geschmack sehr spät und bedarf also der Nachhülfe derErziehung. Es ist der frühesten Entwicklung werth, weileS das Gitter wegnimmt, das uns von der schönen Naturabsondert, weil cS die phantasirende Seele wieder unter dieäußern Dinge hinaustreibt und weil eS das deutsche Augezur schweren Kunst abrichtet, schöne Formen zu fassen. DieMusik hingegen trifft schon im süngstenHerzen (wie bei denwildesten Völkern) nachtönende Saiten an; ja ihre Allmachtbüßet vielmehr durch Ucbung und Jahre ein. Gustav lerntedaher als Taubstummer in seiner taubstummen Höhle so gutzeichnen, daß ihm schon in seinem dreizehnten Jahre seinHofmeister saß, ein schöner Mann, der weiter unten im Bucheauftrcten muß.

Und so floß beiden ihr Leben sanft in der Katakombewie eine Quelle davon. Der Kleine war glücklich; dennseine Wünsche langten nicht über seine Kenntnisse hinausund weder Zank noch Furcht rissen seine stille Seele ausein-ander. Der Genius war glücklich; denn die Ausführungdieses zehnjährigen Baues wurd' ihm leichter als der Ent-schluß desselben; der Entschluß drängt alle Schwierigkeitenund Entbehrungen auf einmal vor die Seele. Die Ausfüh-rung aber stellet sie weit auseinander und gibt uns erst daöInteresse daran durch die sonderbare Freude, ohne die manbei tausend Dingen nicht ausdauerte etwas unter seinenHänden täglich wachsen sehen.

Für beide Menschen war es gut, daß unten in diesemmoralischen Treibhaus ein Schulkamerad des Gustavs mitwohnte, der zugleich ein halber Kollaborator und Adjunktusdes Genius war, indcß von der ganzen Erziehung wegen