wahrhaftig um meine Königin und das abscheuliche Kindtauf-geläute des sinesischen Glockenspiels ließ mir fast kein Dessin— zum Glück kam mein Vater wieder und half mir einwenig ein. Ich führte ihn nachher in unfern neuen Anlagenim Wäldchen herum und er erzählte mir, glaub' ich, dieHistorie seines linirten Fingers; er ist gegen seines Glei-chen sehr wild, aber dabei ungemein verbindlich gegen Frauen-zimmer.
Den 18 . Jun. Seit gestern sind wir alle etwas lusti-ger. Abends brachten zwei Unteroffiziere fünf Rekruten, undda man sagte, cs wär' ein Mensch darunter, der eine ganzegeschlagene Armee zum Lachen brächte, gingen wir alle mithinunter. Unten erzählte der Mensch gerade halb laut ei-nem anderen Rekruten ins Ohr, er habe ein eingesetztes Ge-biß von lauter falschen Schncidezähnen und sie sielen allebis aus einen Eckzahn heraus, wenn er eine Patrone anbiffe;er habe aber bloö das Handgeld wcgkapern wollen. Erschraubte unsertwegen den Hut vom Kops ab, aber eine weißeMütze, die sich bis über die Augenbraunen hereinsenktc, zer-rcte er noch tiefer nieder: „zog' er sie ab, sagt' er, so käm'er in seinem Leben nicht zum Regiment." Der eine Unter-offizier fing an zu lachen und sagte, er thut'S bloS, weil erdrei abscheuliche Muttermäler darunter hat, weiter nichts —und ein Kamerad streifte ihm heimlich die Mütze von hintenherunter. Kaum war zu unserem Erstaunen ein Kops dar-aus vorgesprungen, der an beiden Schläfen zwei brennendeMuttermäler wies, eine Silhouette mit einem natürlichenHaarzopf und gegenüber zwei Iltis-Schwänzchen: so faßtezu unserem noch größeren Erstaunen der Rittmeister den be-malten Kopf an und küßte ihn so heftig wie seinen leiblichen