Bruder und wollte sich todt lachen und todt freuen. „Dubist und bleibst doch der Doktor Fenk!" sagt' er. Er mußsehr vertraut mit dem Rittmeister seyn und kommt unmittel-bar von Oberscheerau. Kennen Sie ihn nicht? DerFürst lasset ihn als Botaniker und Gesellschafter mit seinemnatürlichen Sohn, dem Kapitain von Otto mar, nach derSchweiz und Italien reisen, wie Sie schon wissen werden.Er setzt tolle Streiche durch, wenn's wahr ist, was er schwört,daß dieses seine Liste Verkleidung sei und daß er eben soviele Jahre habe. Er sieht übel aus; er sagt selber, seinbreites Kinn stülpe sich wie ein Biberschwanz empor und derBader rasir' ihm im Grunde die halbe Wüste gratis, soviel wie zwei Bärte — seine Lippen sind bis zu den Stock-zähnen ausgeschnitten und seine kleinen Augen funkeln denganzen Tag. Er spaßet auch für Leute, die nicht seines Glei-chen sind, viel zu frei."-
— Ernestine silhouettirt hier den äußeren Menschendes Doktors, der wie viele indische Bäume unter äußerenStacheln und dornigem Laub die weiche kostbare Frucht desmenschenfreundlichsten Herzens versteckte. Ich wcrd' ihn abereben so gut zeichnen können wie die Briefstellerin. Da Hu-moristen, wie er, selten schön sind — weibliche Humoristinnennoch weniger — und da der Geist sich und das Gesicht zu-gleich travestirt: so würde ja, sagt' er, seine schönste Klei-dung keinem Menschen etwas nützen — ihm selber und denSchönen am wenigsten — als blos den Schnitthändlcrn.Daher waren seine Montierstücke in zwei Fächer gesondert,in kostbare (damit die Leute sähen, daß er die elenden nichtaus Armuth trüge) und in eben diese elenden, die er mei-stens mit jenen zugleich anhatte. Stachen nicht die Klap-