Druckschrift 
1 (1847) Die unsichtbare Loge : 1ster Theil
Entstehung
Seite
16
Einzelbild herunterladen
 

16

Trommeten- und Laubhüttenfest, das die Natur von einemGebirge zum andern begeht, nicht hineintreten will: son-dern erst wenn die Sonne tiefer in den Himmel gesunkenund wenn in ihren Lichtstrom der Schattenstrom der Erdefällt, dann wird unter die stummen Schatten noch ein neuerbeglückter stiller Schatten gehen.-Aufrichtiger zu spre-

chen, ich kann blos von Euch ihr schöner» Leser, derengeträumte, zuweilen erblickte Gestalten ich wie Genien aufden Höhen des Schönen und Großen wandeln und winkensah nicht Abschied nehmen; ich bleibe noch ein wenig beiEuch, wer weiß, wann, und ob die Augenblicke, wo unsreSeelen über einem zerstiebenden Blatte sich die Hände ge-ben, je wiederkommen vielleicht bin ich hin, vielleichtDu, bekannte oder unbekannte theuere Seele, von welcherder Tod, wenn er vorbeigeht und die unter Körnern undRegentropfen gebückte Aehre erblickt, bemerkt: sie ist schonzeitig. Und gleichwol was kann ich jenen Seelen in denAugenblicken des Abschieds, die man so gern mit tausendWorten überladen möchte und eben deswegen blos mitBlicken ausfüllt, noch zu sagen haben oder zu sagen wissen,als meine ewigen Wünsche für sie: findet auf diesem (vonuns Erdball genannten) organischen Kügelchen, dasmehr begraset als beblümet ist, die wenigen Blumenim Nebel, der um sie hängt seid mit euren elpsischenTräumen zufrieden und begehret ihre Erfüllung und Ver-körperung (d. h. Verknöcherung) nicht; denn auf derErde ist ein erfüllter Traum ohnehin blos einwiederholter von außen seid gleich eurem Körper,von Erde und blos innen beseelt und vom Himmel; undhaltet es für schwerer und nöthiger, die zu lieben, die euch