verachten, als die, die euch hassen — und wenn unserAbend da ist, so werfe die Sonne unsers Lebens (wieheute die draußen) die Stralen, die sie vom irdischen Bo-den weghebt, an hohe goldne Wolken und (als wegwei-sende Arme) an höhere Sonnen; nach dem müden Tagedes Lebens sei unsere Nacht gestirnt, die heißen Dünstedesselben schlagen sich nieder, am erkalteten Hellen Horizontziehe sich die Abendröthe langsam um Norden herumund bei Nord-Osten lodere für unser Herz die neueMorgenröthe ans. ....
.... Nun tritt auch die Erdensonne auf die Erden-gebirge und von diesen Felsenstufen in ihr heiliges Grab;die unendliche Erde rückt ihre großen Glieder zum Schlafezurecht und schließet ein Tausend ihrer Augen um das andrezu. Ach welche Lichter und Schatten, Höhen und Tiefen,Farben und Wolken werden draußen kämpfen und spielenund den Himmel mit der Erde verknüpfen — sobald ichhinauötrete (noch Ein Augenblick steht zwischen mir unddem Elysium), so stehen alle Berge von der zerschmolzenenGoldstufe, der Sonne, überflosscn da — Goldadern schwim-men auf den schwarzen Nacht - Schlacken, unter denenStädte und Thäler übergossen liegen — Gebirge schauenmit ihren Gipfeln gen Himmel, legen ihre festen Meilen-Arme um die blühende Erde und Ströme tropfen vonihnen, seitdem sie sich aufgerichtet aus dem uferlosenMeer — Länder schlafen an Ländern, und unbeweglicheWälder an Wäldern, und über der Schlafstätte der ru-henden Riesen spielet ein gaukelnder Nachtschmetterling undein hüpfendes Licht, und rund um die große Szene ziehtsich wie mn unser Leben ein hoher Nebel.-Ich gehe
3ca» Maul's auSgelv. Werke. I. 2