9
Poeten und Weiber ihr Herz nennen, eingeheftct; es mußd'rin hangen (nicht nur in geschilderten, auch in lebendenMenschen), es mag Wärme haben oder nicht; eben so ver-sieht der Büchsenmacher die Windbüchsen so gut mit einerZünd Pfanne wie Feuergeschoß, ob gleich nur mit Windgetrieben wird .... Es kann wahrlich um den ganzenFichtelberg kein so kalter pfeifen als gerade im Holzweg, woeben mein Wagen mitten im Auguste geht ....
Mit Nro. 3., den Holländern, wollt' ich mich in mei-nem Kasten zanken wegen ihres Mangels an poetischem Ge-schmack: das war alles. Ich wollte ihnen vorwcrfen, daßihrem Herzen ein Ballenbinder näher liege als ein Psalmist,ein Seelenverkäufer näher als ein Seelenmaler, und daßdas ostindische Hans keinem einzigen Poeten eine Pensionauswerfen würde als blos dem alten Orpheus, weil seineVerse Flüsse ins Stocken sangen und man also sein Haber-rohr und seine Muse anstatt der belgischen Dämme gebrau-chen könnte. Ich wollte den Niederländern den kaufmänni-schen Unterschied zwischen Schönheit und Nutzen nehmen undihnen cs hinunterschrciben, daß Armeen, Fabriken, Haus,Hof, Acckcr, Vieh nur das Schreib- und Arbeitzeug derSeele wären, womit sie einige Gefühle, worauf alle Men-schcnthätigkcit ausläuft, errege, erhebe und äußere, daß denindischen Kompagnien Schiffe und Inseln dazu dienten, wozuden poetischen Reime und Federn taugten, und daß Philoso-phie und Dichtkunst die eigentlichen Früchte und Blüten amBaume des Erkenntnisses ausmachten, aber alle Gewerbeund Finanz- und Staats-Wissenschaften und Kamcralkorre-spondentcn und Reichsanzeiger blos die einsaugcnden Blätterwären, und der Splint, der Wurzeln-Epheu und das unter