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Plötzlich trat Ferdinand, als hätte er auf dieses Wortgewartet, hinter der Buhne hervor, ging auf den Herrnvon Tannhof zu und seufzte mit einem rührenden, vonWchmuth fast erstickten Tone: „Mein Vater!" —
„Soll denn das Schauspiel hier fortgesetzt werden?"fragte Herr von Tannhof seine Schwester.
Sic bejahte mit Kopfnicken.
„Nun, so irren Sie sich in der Person;" sprach er zuFerdinand. „Dort steht Ihr Vater!"
„Nein, er ist bei dem rechten Manne!" — rief Clau-dinc. „Kennst du deinen Ferdinand nicht mehr?" —
Erschüttert blickte Herr von Tannhof den Jüngling an,und erkannte jetzt den geliebten Sohn, den ihm ein Zeit-raum von zehn Jahren und ein kriegerischer Bart fremdgemacht hatten. Er schloß ihn, mit einem lebhaften Aus-ruf der Freude, in seine Arme.
Die umstehende Gesellschaft nahm an dieser Scene fröh-lichen Antheil und begrüßte den jungen Helden.
Herr von Tannhof fragte: warum er nicht geradesWeges zu ihm gekommen sey, sondern sich ihm erst aufder Bühne gezeigt habe.
Statt der Antwort überreichte Ferdinand einen Brief,den der Vater sogleich erbrach.
„Bemühe dich nicht, ihn zu lesen!" sagte Claudinc. „Erist von unscrm Bruder, und mit dem Briefe, den ich aufdem Theater vorlas, von Wort zu Wort gleichlautend."
„Jst's möglich?" — sprach Herr von Tannhof bestürzt,und steckte den Brief in die Tasche.
Der unbescheidene Theil der Gesellschaft machte großeAugen und drängte sich näher hinzu; aber der feinereKammerherr trat zurück, winkte den Neugierigen mit Kopf