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„Wclche sonderbare Erscheinung!" rief Herr von Tann-hof. „Wo ist denn das Theater?"
„Hier, im blauen Saale des Schlosses," antwortete derBediente.
Der Major las den Zettel laut ab. Männiglich staunte,daß sich eine Bande Coinödiantcn — wie sich der un-feine Laudjuiikcr ausdrücktc in diese Gegend verirrthatte. Herr von Tannhof sah sich nach seiner Schwesterum; er wollte sic über diesen unerwarteten Vorfall befra-gen; sic war aber nicht zugegen. Mau erklärte sich nunihre Unruhe bei der Tafel und ihr Drängen und Treiben,um einen zeitigen Aufstand von derselben zu bewirken. Auchder Dienerschaft entwickelte sich jetzt das Gchcimniß, wor-über sic sich Tages vorher die Köpft zerbrach. „Also fürComödia » ten Hab' ich gesotten und gebraten," sagteder Koch. „Schade, daß ich das nicht früher wußte! DieVagabunden hätten mit schlechter!! Speisen, als ich ihnenzubereitcte, fürlicb nehmen müssen."
Herr von Tannhof forderte die Gesellschaft auf, sich mitihm in den blauen Saal zu begeben. Alle waren mitVergnügen dazu bereit. Nur der Pfarrer nahm seinenHut, um nach Hause zu gehen. Man fragte ihn, warumer sich entfernen wolle. Er antwortete: Es vertrage sichnicht mit seinem Stande, daß er einem Schauspiele bei-wohne. Herr von Tannhof stellte ihm vor, daß er sichdas in einem Privathauft wohl erlauben dürfe. Er zucktelächelnd die Achseln und ging mit in den blauen Saal.
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Eine jämmerliche Musik, die der Schulmeister mit eini-gen aus der umliegenden Gegend zu Hülfe gerufenen Amts-brüdcrn aufführtc, empfing die cintretenden Zuschauer. Die
Langbein'« sämnttl. Sehr. VI. Bd. 22
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