Der Fliegcnprozeß.
Aus einer ulten Chronik.
An einem schönen Sommcrtage des Jahres 1625 schmauchteder Gcwürzkrämcr und regierende Burgcincister des Städt-lcins Ziegenbcrg, Herr Tobias Nußknacker, ein Pfcif-lcin Tabak zum Fenster hinaus und ergötzte sich an denehrfurchtsvollen Bücklingen seiner vorübergehenden Uuter-thancn. „Es ist doch wahrlich recht angenehm, ein vorneh-mer Mann zu seynsprach er für sich. „Ich bin in je-der Betrachtung, sowohl an Ncichthum als Macht, der Kö-nig von Ziegenbcrg, und Trotz sey dem geboten, der mirAchtnng und Gehorsam verweigertDieser Trumpf galt einem jungen Maler, der gegenüberwohnte und bei dem Pscfferkönig Tobias im schwarzenRegister stand, weil er oft und auf mancherlei Art an denTag gelegt hatte, daß er sich aus ihm so viel als nichtsmacke. Das bewies er auch eben jetzt. Er stieß mit hef-tigen! Geräusch seine Fenster auf, zog vor dem erhabenenNachbar, der ihn ernsthaft anstarrte, sein Käpplcin nichtab, sonder» begann mit einem hochgcschwungcncn Tucheein Trcibcjagcn der unzähligen Fliegen, die sich bei ihmcingcsunden hatten, um ihm in ihrer bekannte» punktirtcnManier malen zu helfen.