"Neuntes Kapitel.Die AuSferderung.
Gerhard crwicdcrte die genossenen Bcwirthungen durchein auf seine Kosten veranstaltetes Mittagsmahl. Die ganzeGesellschaft, die wir schon mit einander speisen und früh-stücken sahen, war dabei zugegen. Auch des Bürgermei-sters Schlafrock mußte mit zur Tafel gezogen werden,weil der reitende Bote, den Herr Nammcl auf sein Gutabgefertigt hatte, um einen Stellvertreter des erlittenenVerlustes zu holen, erst gegen Abend wieder cintrcffenkonnte.
Jetzt, da Spißkopf nicht Tafclgnartiermcistcr war, hatteder Finkcnritter das unbestrittene Glück, an Lottchcns grü-ner Seite zu sitzen. Jener sah ihn sogar ans gewissenUrsachen recht gern auf diesem Platze. Er setzte sich ge-genüber, und freundschaftlicher als jemals unterhielt er sichmit dem Ritter, der in der Nähe des geliebten Mädchensaller Sorgen und Manichäer vergaß.
Aber diese goldene Zeit dauerte nur bis zur Ankunftdes Bratens. Hinter dem Truchseß desselben schlüpfte eingarstiger und besonders dem Finkcnritter höchst widrigerMann ins Zimmer. Arglistig lächelte sein Judasgcsichtaus einer brandgelbcn, verworrenen Stutzperücke heraus,und ein fingerlanger Ziegcnbart spitzte den Keil seines spi-tzen Kinnes noch schärfer zu. Diese Figur war der JudeEzechiel, von welchem schon im vierten Kapitel vorläu-