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kannt und unbemerkt von dem hochgefeiertcn Manne,folgt' ich ihm von Ort zu Ort, wo er sich auf öffentlichenSchaugerüstcn sehen und hören ließ; ich studirte seine Mie-nen, seine Gebenden, seine ganze Ncdncrkunst, verwan-delte meine Beobachtungen in Saft und Blut, und bracht'cs endlich dahin, daß ich, wie Sie heute werden bemerkthaben, mein erhabenes Muster fast erreiche."
„Ich kann durchaus davon nicht urtheilcn," sagte Schnurr-pfeifcr hitzig und schnöde.
Doch wie taub, sprach Enlalius fort: „Ich bcdaurc nur,daß mir cs niemals glückte, einen gewandten und witzi-gen Schalksnarren aufzugabeln. Dergleichen geschickte Lock-vögel sind zum Gimpelfang unentbehrlich. Aber meinRicpcl, de» ich Ihnen hier vorzustellcn weder Vergnügennoch Ehre habe, ist ein dummer, hölzerner Peter." — Mitdiesen Worten schleuderte er seinen Bajazzo, der dcmüthigan der Thüre stand, vor den Doktor hin und sagte: „OKaspar! Kaspar! wie glücklich wären wir beide, wennich dir nur einen Funken von dem Geiste dieses Mannescinhauchen könnte! Folge seinen Fnßstapfcn! Werde dereinstein berühmter Arzt wie Er, der vor Zeiten war, was dubist!" -
Wüthcnd packte jetzt Schnurrpfcifcr den Charlatan beider Brust, schwang und drehte ihn gewaltsam zur Thürhin, und warf ihn hinaus. Enlalius sträubte sich gegendiesen Ningeltanz und Kehraus nicht sonderlich ernsthaft;denn sein Geschäft war vollendet. Der Niepel ergriff so-gleich, als der Tanz los ging, die Flucht, und ließ dieThür hinter sich offen, damit sein Herr mit Bequemlich-keit hindurchwalzcn konnte.
Mit kochendem Blute kehrte Schnurrpfeifer an seinen Platzzurück und erklärte den Marktschreier für wahnsinnig.
Langbeln'S sämmtl. Schr. VI. B». 14