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2 (1847) Thomas von Pampel. Unterhaltungen für müßige Stunden
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Zweites Kapitel.

Ei» Kleeblatt anderer Freier.

Der wcltcrfahrcnc Mann wußte bei dem allen, daß keinDaum auf den ersten Hieb fällt. Darum beschloß er mu-thig, die Art nicht sogleich sinken zu lassen. Er spürte derQuelle von Lottchcns Kaltsinn nach, und vernahm mitVerdruß, daß sie noch drei andere Freier habe.

Einer derselben war Herr von Fink cnb lisch, imScherz der Finkenritter genannt. Er hatte bei derleichten Cavallerie gedient, war noch jung, war wohlge-bildct, und machte sich, wenn man ihm einigen Vorwitzund Ahnenstolz übersah, in Gesellschaften beliebt. Er wärevielleicht recht unartig »nd übcrmüthig gewesen, wenn ihnnicht die Armuth im Zügel gehalten hätte. Nur einigehundert Thaler bekam er jährlich aus dem väterlichenStammgute, das seinem älter» Bruder, nach Familienvcr-trägen, zugcfallen war. Der apanagirte Prinz hatte zwarauch freie Wohnung in der Ahncnburg: er befand sich aberdabei in mancher unbequemen Abhängigkeit von dem re-gierenden Herrn, mit welchem er beständig in Zwiespaltlebte. In noch unangcnchmcrn Verhältnissen stand er mitverschiedenen Hebräern, denen er papierene Schwerter indie Hände gegeben hatte, womit sie ihn rastlos verfolgten.Aus diesem Gedränge sollte ihn Lottchcn retten. Er warihrer nicht ganz unwerth, weil er nicht, wie Spitzkopf,blos ihre Habe, sondern auch ihr edleres Selbst schätzte.