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Der irrende Ritter hielt diesen Antrag, nach kurzer Ucbcr-lcgung, für annehmlich. Verschafft auch — waren seineGedanken — meine Werbetrommel dem guten Doktor Lutherkeinen Obelisken von Marmor oder von Töpfcrlchm, sogewinne ich doch dadurch einen anständigen Vorwand, Tagfür Tag bei reichen Leuten cinzusprcchcn, und es müßtenja Heiden sepn, die den Apostel einer so gute» Sache nichtwenigstens zu Tische bitten sollten! —
Er setzte sich also mit seinem Reisigen in Bewegungund durchzog vierzehn Tage lang Städte und Dörfer,ohne einen Groschen eiuzunchmcn oder einen freien Trunkzu bekommen. Man war überall an Ausflüchte» uner-schöpflich. Einige sagten: Luther bedürfe keines Denkmals;Andere lamcntirten: die Zeiten wären jetzt so schlecht, daßman lieber Steine in Brod, als Brod in Steine verwan-deln möchte; und die Meisten fragten: ob er von der va-terländisch-literarischen Gesellschaft in Mansfeld, als derMutter und Pflegerin der Denkmals-Idee, eine Vollmachtaufzuzcigcn habe. — So klang's allenthalben. AndererArten von Abweisungen, die mitunter noch härter aus-ficlcn, nicht zu gedenken. .
Zn der dritten Woche nach seinem Auszüge löste er end-lich das erste Handgeld von einem frommen Landcdclmann,der ihm auf Treu und Glauben, gegen Quittung, zehnThalcr reichte.
Vergnügt über den gesegneten Anfang, begab sich derSammler (da ihm übrigens weder eine Mahlzeit, noch einNachtlager angcboten wurde) ins Wirthshans, und ver-zehrte da mehr, als den Thaler, der ihm von der erhalte-nen Denkmalssteucr als Rabatt gebührte. Er genoß be-sonders ein überaus reichliches Abendessen, und ging dann