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seiner Wohnung Gegenbesuche. Sic ließ ihn nncntgcldlichüber Küche und Keller gebieten, und er fing nun allmäh-lich an, sich über de» Verlust seines Proviantwagens zutrösten. Wer die beiden Leute, ohne sic zu kennen, bei-sammen sah, mußte sic für Geschwister halten: so vertraut,und doch dabei so nnleidcnschaftlich, gingen sie mit einan-der um, und so ähnlich waren sich ihre Gestalten gewor-den. Trudchen, nun einige dreißig Jahre alt, war eineder rundesten Marketenderinnen bei der deutschen Armee.
In einer stürmischen Hcrbstnacht saßen sic mit einanderim Quartier des Majors bei einer Schale Punsch undwaren fröhlich und guter Dinge. Auch Blasiert war zurGesellschaft gezogen worden und belebte sie durch Harleki-nadcn. Aber plötzlich ward ihre Freude gestört. Es ge-schah in der Ferne ein Flintenschuß; ein Trompeter jagte,Lärm blasend, dnrch's Dorf; mehrere Stimme» riefen:„Die Feinde kommen!" —
„Allmächtiger Gott! was fang' ich an?" schrie derMajor, und rang die Hände über der Nachtmütze.
„Welche Frage!" sprach Trudchen. „Da ist in der Weltnichts zu thnn, lieber Freund, als daß Sic sich geschwindanklcidcn, zu Pferde steigen, Ihre Leute sammeln, und sichdem Feinde muthig cntgegcnwcrfen." —
„Wenn's nur nicht Nacht wäre!" seufzte Herr vonPampcl. „Die Nacht ist keines Menschen Freund! — AmTage sollten sic nur kommen, die Teufelskerl! — da wollt'ich kurzes Federlesen mit ihnen machen! — Aber bei Nacht— das ist dumm! Man sicht keine Hand vor den Augen;nichts als den Tod!" —
„Ach, das sind Posten!" sprach Gcrtrndc und vereinigtesich mit dem Kammerdiener, den Major ans seinen Nacht-kleidern hcranszuschälcn und in die Uniform zu bringen.