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Dic zuvorkommende Gnade des Fürsten wäre ein kleinesWunder gewesen, wenn sie nicht ihren guten Grund ge-habt hatte. 'Seine Finanzen bedurften eben einer starkenAnleihe, die er bei dem Herr» van Scharreisen zu machengesonnen war. Um diesem Anträge einen Weg zu bahnen,ergriff er mit beiden Händen die Gelegenheit, sich den rei-chen Mann zu verpflichten. Ob übrigens das Negoz zuStande gekommen ist, das kümmert uns nicht und gehörtnicht hieher.
Der neue Kammcrjunkcr that an der Hvstafcl seinemstarke» Nahrungstriebc so wenig Einhalt, daß dem Obcr-küchcnmcister oft dabei die Haare z» Berge standen. Wiekarg die Hofhaltung geführt wurde, läßt sich ans folgen-dem Vorfall ermessen.
Der Fürst besuchte täglich die Schauspiele, die eine wan-dernde Truppe gab. Hinter seinem Stuhle stand währendder Vorstellung ein Kannncrjuntcr, der nichts zu thunhatte, als ihm im dritten oder vierten Akt eine Tasse Cho-koladc zu reichen, die ein Hofkonditor im Schanspiclhausckochte »nd durch eine» Bediente» in die fürstliche Logeschickte. Aus dessen Händen empfing sic der Kannncrjunkcrund präsentirtc sie Sr. Durchlaucht.
Einst, als Herr von Pampel den Dienst hatte, blieb sieungewöhnlich lange aus. Der Fürst sah sich mehrmalsdarnach um, und fragte endlich: „Ist die Chokoladc nochnicht da?" Pampel nahm dicß für einen Wink, ihre An-kunft zu beschleunigen. Er eilte zum Konditor. Dieserwar mit seiner Arbeit fertig; es fehlte nur an einem Bo-te». Der Hoflakai, der dazu angewiesen war, ließ sichnicht sehn. In diesem Nothfallc war der dienstfertige Kam-mcrjunkcr sogleich unbedenklich entschlossen, sich ein wenigzu erniedrigen und den Chokoladenbccher selbst in die Loge