Druckschrift 
2 (1847) Thomas von Pampel. Unterhaltungen für müßige Stunden
Entstehung
Seite
84
Einzelbild herunterladen
 

-oD 84 ^

So ging's alle Sonntage. Doch war er auch in derWoche nicht unthättg. Er fing seine öffentlichen Fenster-Andachten wieder an, und Beate sah jetzt, da er ihr in-teressanter geworden war, oft mit Wohlgefallen zn ihmhinüber. Da cs ihm aber unerträglich langweilte, ein Ge-betbuch, worin er nicht lesen mochte, vor die Augen zuhalten, so ließ er sich eine Bnchschalc von schwarzem Kor-duan mit goldnen Zierrathen fertigen, bekleidete mit die-sem geistlichen Kapnttrock oder Schanzlänfer weltliche Schrif-ten, und las ans solche Art manchen mnthwilligcn Noinan,indem seine lauernde Patronin glanbtc, er wärme sich anMüllers göttlicher Licbesflammc.

Durch dergleichen Liste» und Ränke kam er seinem Zielimmer näher und gewann Beatens Gunst mit jedem Tagemehr. Sic betrachtete ihn als einen ans dem Feuer ge-rissenen Brand, und rechnete seine Bekehrung dem Himmelfür einen großen Gewinn an. Irdische Absichten hatte sienicht ans ihn. Sic erklärte sich, wenn er bisweilen ihreGedanken über den Ehestand von weitem erforschte, imAllgemeine» so entscheidend abgeneigt dagegen, daß ihmalle Lust verging, ihr seine Person anzntragcn. Weit er-freulicher waren seine Aussichten, sie zn beerben. Sic ver-sprach mehrmals bestimmt und feierlich: daß sic ihn, wenner seinen christlichen Lebenswandel sortsctzc, in ihrem Te-stamente bedenken wolle.