Liebenzehntes Kapitel.
Oer schwarze Bußprcdlger. — Das KammermäSchcn.
Als cr nach dieser lustigen Nacht am andern Morgenerwachte, fand cr in seinen Taschen nichts als den Strick,womit cr die verschacherten Bücher fortgcbuckclt hatte. „Siehdoch!" sprach cr: „da könnte man sich ohne weitere Kostenaufhängcn! Der Teufel spielt mir ordentlich den Strickdazu in die Hände. Aber ich war ein Narr, wenn ich Zu-griffe! Die Höll'. ist heiß und kein frischer Trunk dort zuhaben." —
Er warf sich in den Sopha, um über die Erfindungneuer Trinkquellen uachzudenkcn. Allein cr saß kaum,als ihn die unwillkommene Erinnerung a» seinen Post-gläubiger schon wieder aufjagte. Er hatte gestern mit gro-ßen Ncichthümcr» geprahlt: was sollte cr nun heute sagen,wenn der Mann im Vorbeigehen herauf kam, um seinefünf Groschen cinzukassircn? — Der Vorwand: cs lcpkein Schlosser zur Ocffnnng des Schatzkästlcins zu erlan-gen, hätte gar zu kindisch geklungen, und jede andere Aus-rede fand noch weniger Statt. So war der beste Nath,sich schnell in die Kleider zu werfen und nüchtern ricFlucht zu ergreifen.
Erst Nachmittags wagte er sich wieder in seine Woh-nung, und die Armuth, die mit ihm ausgegaugeu war,