chelmörderische Weise verschiedene Kcllerwürmcr, die beiihnen fleißig aus- und eingckrvchen waren, in die andereWelt befördert hatten.
Die Kommiffaricn waren so einfältig, oder so schlau,in der Stadt bekannt werden zu lassen, daß ihnen diesesVisitationsgeschäft aufgctragen sey und längstens in achtTagen vor die Hand genommen werden wurde: die Gift-mischer hatten also Zeit, ihre arsenikalischcn Getränke beiSeite zu schaffen, und dem Chef der Kommission ein Fla-schenfnttcr ihres besten und aufrichtigsten Rebensafts zuübersenden, »m dadurch ihre Unschuld und Redlichkeit imHandel und Wandel schon vorläufig zu beweise». DieseSpenden nahm Freund Kellcrmann zwar an und sie mun-deten ihm vortrefflich: er ließ sich aber so wenig dadurchbestechen, daß er vielmehr gerade bei diesen freigebigenLeuten seine Augen, die er nach ihrer Meinung zudrückcnsollte und mußte, am weitesten aufthat. Er war auch inder That so glücklich, einen dieser Verfälscher, der sichdnrch sein Geschenk gegen eine strenge Untersuchung festgemacht zu haben glaubte, auf dem fahlen Pferde zu er-tappen ; und er besann sich keinen Augenblick, dem über-wiesenen Sünder, der ihm in der Angst ein Päckchen Goldzusteckcn wollte, dieß vor die Fuße zu werfen und ihn derstrafenden Gerechtigkeit zu überliefern.
Der Schuft war bei der Inquisition boshaft genug, demReferendar die empsangene und genossene Schenkung vor-zurucken ; allein er bewirkte dadurch nichts, als daß erseine böse Sache noch schlimmer machte. Er mußte denBetrag des Flaschenfuttcrs, womit er sich, wie durch diePassaucr Kunst, gegen die Angriffe der Polizei zu Harni-schen dachte, dreifach zur Armenkasse bezahlen, und die ihmzucrkannte Zuchthausstrafe ward wegen jener hinterlistigen