Vierzehntes Kapitel.
Der Kellerwurm und der Giftmischer.
Die Domherren des Landes wurden jetzt eine Weile vonihren Weinlicferantcn so gut bedient, daß sie nicht Ursachehatten, Klage zu führen. Au andern Processen war keinMangel; doch der Präsident nahm sich in Acht, dem HerrnVon Pampel mit solchen trocknen und ausser seiner Sphäreliegenden Streitigkeiten beschwerlich zu falle». Unser Re-ferendar hatte nun im Sitzungszimmer der Negierungnichts zu thun, als zu sitzen und zu gähnen, wenn Anderevertrugen.
Diese ewige» Feiertage waren ihm ungemein bchaalich,und er kehrte sich nicht daran, daß sie von manchen Gri,bek-lopfe» für schimpflich gehalten wurden. Verschiedene Leute,die cs gut mit ihm meinten, gaben ihm den Rath, umBeschäftigung zu bitten. Ei, die kamen schon an! „Ihrscpd Narren!" rief er lachend: „Welcher vernünftige Menschwird um Arbeit bitten! Das käme ja heraus, als ob dasArbeiten eine rechte Glückseligkeit wäre!" — Und so blicb'sbeim Alten.
Obschon ihn aber der Präsident nicht beschäftigte, so warer dennoch nicht unthätig, sondern mit Eifer beflisse» , seineschönen Wcinkcnntnifse immer höher zu treiben. Nach die-ser Höhe strebte er in der Tiefe der Jtalicnerkcllcr, wo er