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2 (1847) Thomas von Pampel. Unterhaltungen für müßige Stunden
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meßbares vor ihm sicher. Er schüttelte das Obst noch un-reif von den Baumen, plünderte die Hühner» ester und ließsich heimlich Eierkuchen backen. Als er älter ward, mußteder Vater die Kcllcrschlüsscl immer in der Tasche führenund bei Nacht unter sein Kopfkissen legen: sonst stand derHerr Sohn wie ein Blitz vor den Wein- und Bierfässernund zapfte so lange, bis er sich ein Räuschchen getrunkenhatte.

Dabei liebte er Ruhe und Bequemlichkeit über alle Ma-ßen, »nd trieb dicß sogar bis zur leidenschaftlichen Vereh-rung oder vielmehr Anbetung der Faulheit; denn sieward ja in »nscrn Tagen für göttlich erklärt. Den Him-mel dieser Göttin und seinen das Bett verließ erkeinen Morgen eher, als bis ihn ein väterliches Donner-wetter hcrausjagtc; und ans dem nächste» Stuhle schliefer wieder ein, sobald er irgend eine Arbeit vor die Handnehmen mußte. Nur dann war er geschäftig wie eineBiene und verschmitzt wie ei» Fuchs, wen» cs daraufankam, seinem Gaumen einen behaglichen Genuß zu be-reiten. Mit Einem Worte: Müßiges Wohlleben war seinDichten und Trachten von Jugend auf.

Bei allen diesen Untugenden konnte man ihm nicht gramsepn. Er war ohne Falsch, hatte Mutterwitz und einereiche Ader von lustiger Laune, die auch bei den empfind-lichsten Widerwärtigkeiten, die ihn betraft», nicht versiegte.

Seine schwächste Seite war ein hoher Grad von Feig-heit. Er verstand sich jedoch meisterlich darauf, diese Aehn-lichkeit mit dem Hascngcschlechte unter der Larve der Prah-lerei zu verstecken, und sich vor Leuten, die ihn nicht genaukannten, das Ansehen eines Löwen zu geben. Sein eigenerVater wußte nicht, wie schlimm es mit seiner Herzhaftig-keit aussah, und bestimmte ihn ohne Bedenken zum Sol-