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lebte, daß Kopfanstrengung dc» Körper und besonders dieVerdaunngswcrkzeuge schwäche, so stritt sie heftig dagegen,wenn Thomschen zum Lernen angehalten werden sollte.Sie selbst hätte die schönste Gelegenheit gehabt, ihn wenig-stens in der Geographie nach der neuen Methode zu un-terrichten, die im Pariser Nlmnuuoll ,I<>« 6»urm->nci« em-pfohlen wird und darin besteht: daß man bei jedem Landeund bei jeder Start, die man den Kindern nennt, ihnendie vorzüglichsten Speisen, die dort erzeugt oder bereitetwerden, zu genießen gibt. Zum Beispiel: bei Westphalcn— ein Stückchen Schinken: bei Göttingen — eine Wurst;bei Nürnberg — einen Pfefferkuchen und so weiter. Wärediese Lehrart bei dem kleinen Thomasius angewandt wor-den: er hätte gewiß in der Erdkunde die herrlichsten Fort-schritte gethan. Aber Mama ließ ihn die halbe Welt durch-schmauscu, ohne ihm nur zu sagen, daß er in Deutschlandzu Hause scp.
Es hatte ganz das Ansehen, als wollte sie ihn aus blin-der Affenliebe zu Tode füttern; doch kaum war er sechsJahre alt, da starb sic selbst plötzlich an einer unheilbarenUcberladung des Magens. Nun übernahm der Baker (dersich bisher, aus Liebe zum edlen Hausfrieden, um die Er-ziehung wenig bekümmert hatte) das Vcrpflegungsamt undgriff die Sache ganz anders an. Er besorgte, das jungeHcrrlcin würde zuletzt ein wahrer Nimmersatt werden,und beschränkte deßhalb seine Mundportionen mit spartani-scher Strenge. Allein der Versuch, den kleinen Vielfraßzur Mäßigkeit zu gewöhnen, kam zu spät. Er schnurrte,über Hunger klagend, im Dorfe herum, erwarb sich Gast-freunde durch lustige Possen, und schnellte manchen einfäl-tige» Baucrknabcn durch Ränke und Schwänke um seinButterbrod. Auch im väterlichen Hause war nichts Ge-