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8 (1847) Zeitschwingen : mit sechs Stahlstichen
Entstehung
Seite
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und Testament nicht zu verstehen. Sie schickten endlicheinen dreijährigen Knaben (den sie an Kindes Statt an-genommen hatten, nachdem sein Vater, ein Bruder desHerrn von Katz, in der schmählichsten Armuth gestorbenwar) an ihn ab. Der kleine Gesandte schmeichelte dererhaltenen Instruction nach um ihn herum, nahm einetraurige Miene an und preßte sogar ein Thränchen ausden Angen. Wüsthof fragte, was ihm fehle.Vater tobt" wimmerte der Knabedie schwarzen Männer tru-gen ihn fort bin ein armes, armes Kind ach!bitte, bitte, mach' mich reich! will für dich beten."Dieses eingelernte Sprüchlein fing er, wenn er damit fer-tig war, immer wieder von vorn an, ohne darauf eineResolution abzuwarten.Ei, so schweig' doch endlich, dudrolliger Papagei!" fiel Wüsthof lachend ein:Dein On-kel wird dich schon reich machen!"

Scherzend erzählte er nachher der Frau von Katz dieNaivhcit des Kindes,lieber den kleinen Bettler!" riefsie, und schlug, wie höchlich erstaunend, die Hände zusam-men.Wer sollte sich so was denken! Es ist, als sprächeGott durch den Mund dieses Kindes; denn wahrlich, lieberWüsthof, Sie fänden bei dieser unglücklichen Waise Gelegen-heit, sich eine Stufe doch was sag' ich eine Stufe?eine ganze Leiter in den Himmel zu bauen."

Wüsthof gab sich das Ansehen, als ob er den Ban die-ser Himmelsleiter in Ueberlegung ziehen wollte. Da eraber fest entschlossen war, das Erbthcil seines Sohnes umkeinen Pfennig zu schmälern, so ward ihm diese Bettelei,die täglich unter neuen Gestalten auftrat, so beschwerlichund der Aufenthalt in Wien dadurch so verhaßt, daß erfrüher, als er sich Anfangs vorgesctzt hatte, an die Rück-reise dachte. Allein im Buche des Schicksals war ihm eine