figcs Vcrzcichniß von angeblichen Merkwürdigkeiten, die inden nächsten Tagen nnd Woche» dort zu sehen scpn soll-ten. Das Hanptstück darunter war der Einzug eines tür-kischen Gesandten mit einem großen Gefolge. Nach die-sem Maßstabe läßt sich die Wichtigkeit der übrigen Rari-täten benrthcilcn. Doch waren sie alle mit einem ver-schwenderische» Aufwand von Beredtsamkeit geschildert, umden Oberst nach ihnen recht lüstern zu machen.
Er gab diesen Brief seinem Freunde Erich zu lesen.„Ich könnte," sprach er, „den uncrmüdetcn Erbschleichernkeinen empfindlichem Streich spielen, als wenn ich michwirklich nach Wien auf die Reise machte, dort ein halbesJahr auf ihre Kosten lebte und sie dennoch leeres Strohdreschen ließe." —
„Das war' eine gerechte Züchtigung!" sprach Erich.
„Und ich bin halb nnd halb dazu entschlossen," fuhr derOberst fort. „Der Muselmann und sein Gefolge lockenmich freilich nicht, nnd noch weniger die Feuerwerke imPrater und die beliebte Bärcnhctze; aber ich wünschte schonseit vielen Jahren, die große Kaiscrstadt zu sehen, undzwei werthe Jugendfreunde, die dort leben, vor meinemEnde noch einmal zu umarme». Ich ward nnc immerdurch ökonomische Geschäfte daran verhindert. Doch nunist Anton mein Stellvertreter; — im Nothfall würdestauch du ihm mit Rath und That a» die Hand gehen —und so könnte ich mir wohl eine Ansflucht erlauben."
Mit bescheidenen Worten erinnerte ihn Erich an seinehohen Jahre, in deren Rücksicht eine so weite Reise mancheBedenklichkeit habe. Allein der Oberst versicherte: er fühlesich gesund und rüstig wie ein Jüngling, und mit zweiTag - und Nachtrcisen scy der Weg nach Wien spielend