Das Mädchen crröthete und schlug die Augen nieder.
„Uebcrdieß war ich selbst Schuld," suhr er fort: „Werhieß mich an der Thüre horchen! Aber mau muß die Ge-legenheit eines angenehmen Genusses im Fluge Haschen.Hätte ich nicht unbemerkt Ihre Harfe belauscht, wer weiß,ob mir jemals das Glück geworden wäre, sie zu hören." —
„Warum nicht?" cntgegnetc sie: „Wenn Ihnen meineStümperei Vergnügen macht und Sie vielleicht den letztenRest Ihrer Schmerzen darüber vergessen, so will ich Ihnenetwas vorklimperu." —
Sie nahm die Harfe; aber kaum hatte sic die Saitenangeschlagen, als die Thür aufging. „Ha, mein Vater!"rief Anton.
„Nein, cs ist der mcinige!" sagte das Mädchen, undlegte die Harfe bei Seite.
Anton, der sich indessen schon von seinem Jrrthum über-zeugt hatte, stand schamroth vom Stuhl auf.
„Du hast Gesellschaft, meine Tochter?" sprach Erich,den Jüngling begrüßend. „Mit wem habe ich die Ehre,zu sprechen?"
Anton nannte seinen Namen.
„Ah! der Sohn meines werthcu Freundes!" rief derPachter und reichte ihm die Hand. „Sepn Sie mir herz-lich willkommen! — Aber was seh' ich? — Sie haben jaeinen ganz frischen Schaden an der Stirn!"
„Ja, denken Sic, Vater!" sprach Johanna mit einemängstlichen Tone, „ich war durch hastiges Oeffncn der Thüreso unglücklich, de» Herrn, der eben anklopfen wollte, zuverletzen." —
„Wildfang!" sagte der Vater und wollte ihr einen Ver-weis geben; doch Anton fiel ihm schnell ins Wort, ver-theidigte sic tapfer und maß sich selbst alle Schuld bei.