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Straße, da kommt mir ein Mann cntgegcngerittcn, derIhnen auf's Haar ähnlich sicht. Indem ich ihn bemerke,ruft auch mein neben mir sitzender Bedienter: GnädigerHerr, da kommen der Herr von Wsisthof! Ich 'lasse schnellhalten und springe aus dem Wagen, um meinen geliebtenFreund zu umarmen. Aber der Reiter trabt rasch vorbeiund wirft nur einen flüchtigen Blick ans mich. Ich laufewie ein gehetzter Hase hinter ihm her und rufe Ihren Na-men so laut, daß die Felsen umher wiederhallcn. Umsonst!er sieht und hört nicht, und trottirt immer schärfer. End-lich, indem ich schon athemlos nicdcrstürzcn will, sieht ersich um, wendet das Pferd und galoppirt auf mich zu.O, Sic böser Herr von Wsisthof! sag' ich keuchend: Ken-nen Sic mich denn nicht mehr? — Er starrt mich mitgroßen Augen an und antwortet ganz mit dem Ton undAccent ihrer Sprache: Sie verkennen mich, mein Herr, —ich bin nicht der Herr von Wüsthof. — Drauf zieht erden Hut und reitet seines Weges." —
„Ich will Ihnen dieß Räthscl erklären," fiel der Oberstein. „Der Mann, dessen Gestalt Sie so täuschte, warohne Zweifel ein gewisser Erich, der vormals mit mir beiEinem Regiment? diente und fetzt mein Gut Ulmcnthal inPacht hat. Wir wurden schon damals, als wir noch Kriegs-kameraden waren, oft miteinander verwechselt, und dieAehnlichkcit unserer Gestalte» ist in der That, wie ich selbstgestehen muß, ein seltenes Naturspicl. Sogar mein eigenerSohn sah ihn einst für mich an! — Ich darf mich zumGlück meines Ebenbildes nicht schämen. Mein FreundErich ist einer der bravsten und edelsten Menschen, die ichkenne." —
Der Leser wird in der Folge sehen, warum dieses ge-ringfügig scheinenden Vorfalls hier Erwähnung geschah.