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Einem Herzen gelegen zu haben. Bei diesen Umständenfand cs der Oberst nicht für nöthig, den Traucrfall nachWien zu berichten.
Allein das Gerücht übernahm seine Versäumniß, undFrau von Katz machte sich stracks auf den Weg, um ihrenErbschaftsantheil zu holen; denn sic stellte sich vor, ihreSchwester würde doch so vernünftig gewesen sepn, ihr we-nigstens die Halste ihres Nachlasses zu vermachen.
Der Oberst ward bei der Ankunft seiner Schwägerin,die eines Abends ungcmcldct in sein schwach beleuchtetesZimmer trat, von einem fürchterlichen Schrecken befallen.Sie war ihrer verstorbenen Schwester so ähnlich, daß erim ersten Augenblick diese vor sich zu sehen glaubte. KeinWunder, daß sich alle seine Haare empörten! Doch dieAnrede der Frau von Katz zerstreute bald seine Furcht,und es fehlte nicht viel, so hätte er sic vor Freude um-armt und geküßt.
Sic setzten sich traulich zusammen und schalten tüchtigden Tod aus. Dann ließ Frau von Katz auf Umwegendie Frage herauschleichen: ob ihre wohlscligc Schwester inihrem letzte» Ständlein noch Zeit gehabt habe, ihr Hauszu bestellen.
„Das war längst geschehen," antwortete der Oberst.„Ich habe die Ehre, Ihnen hier eine gerichtlich beglaubteAbschrift des Testaments vorzulcgcn." —
Frau von Katz fing die Lectüre mit einem Grazicnla'chelnan und endigte sie mit Furicnblicken. Schon wollte siegegen den Universalerben losbrechen, doch schnell besannsie sich eines bessern. „Wer Vögel sangen will," sprachfie zu sich selbst, „muß nicht mit Prügeln drein schlagen.Diesen Fehler beging ich bei meiner Schwester, und wareben im Begriff, ihn zu wiederholen. Nein, nein, wir