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völlig geschlossen war, einen Gang in ihr Zimmer, nndversprach dem Obersten, in wenigen Minuten wieder beiihm zu sehn. Allein sie blieb mit Bedacht eine halbeStunde aus; und als sie zurück kam, sand sie ihn imweichen Armsessel fest eingcschlafen.
Sie hustete, schob mit Geräusch Stuhle hin und herund rief seinen Namen, ohne daß er sich regte. Da kamsie schnell, wie der Blitz, auf den Einsall, ihm ein Ge-schenk im Schlafe zu machen, das er wachend vcrmuth-lich ausgeschlagen haben würde. Sie holte den Knaben,der, in Betten gehüllt, ruhig schlief, legte ihn seinemVater auf den Schooß, und band den jungen Schläferso fest an den alten, daß er nicht herabsallen konnte. Alsdieses Wagestück vollkommen glücklich gelungen war, nahmsie mit einem leisen Kuß von dem Kleinen Abschied, legtein ihrem Zimmer einen Thaler für den Wirth auf denTisch, schlich die Treppe hinab, öffnete die unverschlossene,nur inwendig verriegelte Hausthür, und floh, sobald siedas Städtchen hinter sich hatte, auf Kreuz - und Quer-wegen wie ein flüchtiges Reh nach der Gegend vonKofentheim.
19.
Schon dämmerte der Morgen. Das ganze Haus lagin einem tiefen Schlafe; denn als die letzte Schüssel auf-getragen wurde, erklärte Herr von Wüsthof sehr huld-reich: er bedürfe nun weiter keiner Bedienung; es sollesich seinetwegen niemand von der nächtlichen Ruhe ab-haltcn lassen; er selbst wolle vor sechs Uhr nicht gewecktsepn, und sein Kutscher dürfe daher auch nicht eher an-spannen.