-»§> 2Z6 <§-->-
„Ungehener!" rief der Wirth. „Aber was Helsen alleSchätze der Welt, wenn man keine ruhige Stunde hat?" —
Elisabeth antwortete nicht, und spielte wie gedankenlosmit dem Wirbel des Fensters, an welchem sie stand.
„Ja, der gute Herr von Wusthof!" — fuhr der Schwä-tzer fort — „bei allen seinen Rcichthumern ist er einunglücklicher Mann! Er hat ein schreckliches Hauskreuz —eine grundbösc Frau, die ihn so beherrscht, daß er nichtmucksen darf. Man sollte nicht glauben, daß sich ein Mann,und noch dazu ein gewesener Offizier, von einem alten,häßlichen Weibe so könnte unterjochen lassen. Ich möcht'ihn ausschcltcn, wenn ich ihn sehe! Er fuhr vor einigenTagen hier vorbei nach einem seiner Güter, und ich er-warte ihn noch heute zurück; denn er hat, wie sein Kut-scher sagte, nicht länger Urlaub, und ist an Gehorsamgewöhnt." —
Sehr wichtig war diese Nachricht der Horchen», unge-achtet sie gar nicht darauf zu achten schien. Sic wichnun nicht vom Fenster. Nach einigen Minuten kam einWagen gerollt. „Das ist er!" rief der Wirth, und eiltehinaus vor die Thür.
Elisabeth öffnete das Fenster, um de» edlen Herrn inAugenschein zu nehmen. Er wollte, ohne auszusteigen,die Pferde verschnaufen und tränken lassen; aber indemer dem Wirth, der ihm seine willigen Dienste erbot, diesenBescheid crtheilte, fiel ihm Elisabeth ins Gesicht. Dasfrische, achtzehnjährige Mädchen war schön genug, demalten Sünder zu behagen. „Wer ist das artige Frauen-zimmer?" fragte er schnell. Der Wirth rcferirte treulich,was ihm Elisabeth auf den Aermel gebunden hatte.
„Ich bekomme doch Lust, etwas Abendbrod zu genießen!"