,^4 '.Mi-
-<^- 285 <^2-
keine Pläne;» gab sie zur Antwort. „An Ort und Stellefindet sich alles.» —
Sie versah sich zu ihrer Legitimirung mit einem kirch-lichen Zeugniß über Antons Taufe, und reiste mit ihmvon Kofcntheim ab.
17.
Sie fuhr mit der Post bis in ein Städtchen, das Ka-ninchcnberg hieß und ungefähr zwei Meilen von dem Ne-sidcnzschloffe des Herrn von Wüsthvf entfernt lag. Hierverließ sie den Postwagen und ging in einen Gasthof,um da zu übernachten und allerlei nöthigc Nachrichteneinzuziehen.
Es war in der Zeit der längsten Sommertage und dieSonne ging eben unter, als Elisabeth in das einzige Hotelzu Kaninchenberg trat. Der Wirth belästigte sie mit neu-gierigen Fragen. Sie heftete ihm, wie billig, Erdichtun-gen auf. „Ich reise meinem Manne nach;» sagte sie.„Er erhielt vor kurzem im Auslände ein Amt, das ergerade zu einer Zeit antrcten mußte, als mir die Jugendund Schwäche meines Kindes nicht erlaubte, ihn zu be-gleiten.» —
Nun fragte sie, wie aus langer Weile, nach den Um-gebungen des Orts. Der Wirth nannte mehrere Edel-leute, die in der Nähe Landgüter besaßen, und unterandern auch den Herrn von Wüsthof.
„Wüsthof?» — sprach Elisabeth. „Mich dünkt, ich habediesen Namen schon sonst gehört.» —
„Kann wohl scyn;» versetzte der Wirth. „Von reichenLeuten wird viel gesprochen.» —
„Also ist er reich?» sagte sie kalt.