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8 (1847) Zeitschwingen : mit sechs Stahlstichen
Entstehung
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dem Obersten Antoniens Zustand zu melden und ihn zuihrer Unterstützung aufzufordern.Er ist ja ein Mensch!"fuhr sie fort.Sollt' er ein Herz von Eisen haben undtaub sepn gegen die Stimme der Natur? Nein, ichglaube das nicht! Zudem ist er ein reicher Mann; esfällt ihm nicht schwer, seine schlechte Thal wieder so gutzu mache», als es durch eine Summe Geldes geschehenkann, und er wird nicht damit geizen. Freilich gibt's inder Welt keinen Markt, wo man verlorene Gcmüthsrnheschnell wieder kaufen könnte; das muß man der Zeitüberlassen. Sic ist mächtig, besonders wenn man ihrdurch Veränderung des Ortes, wo man unglücklich wurde,zu Hülfe kommt. Uns bindet hier nichts. Wir ziehen ineine andere Gegend, wo du unter dem Namen einerWittwe vor den Pfeilen der Schmähsucht gesichert bist."

Mit dem höchsten Widerwillen ergriff Antonie dieFeder. Sie würdigte ihren Verderber keines Vorwurfs;sie forderte nichts für sich; sie bat nur um Versorgungseines Kindes.

Er empfing den Brief in Abwesenheit seiner Frau unddankte Gott inbrünstig dafür; denn sie war gewohnt, sichnicht nur alle eingehende Briefe auf der Stelle zum Lesenauszubitten, sondern auch die, welche ihr zuerst in dieHände fielen, eigenmächtig zu erbrechen. Hätte sie diesenin ihre Gewalt bekommen, sie wäre darüber zu einer ra-senden Eumenide geworden.

Mit sorgenschwerem Haupte ging Wüsthof wie ein Nacht-wandler herum. Er wußte nicht, was er bei der ange-kündigten Vaterschaft thun sollte. Kein guter Gedanke,sich des Kindes redlich anzunchmen und die entehrte Mut-ter vor Mangel und Elend zu schützen, kam in seineSeele; er sann nur auf Pfiffe und Kniffe, wie er sich