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8 (1847) Zeitschwingen : mit sechs Stahlstichen
Entstehung
Seite
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Dieser gleißncrischc Brief erfüllte Antonicns Herz mitder tiefsten Verachtung gegen den Schreiber. Wie liebwar es ihr nun, daß ste, ihrem gegebenen Worte treu,seinen Heirathsantrag geheim gehalten hatte! Selbst gegendie Familie, mit welcher sic unter Einem Dache wohnte,war ste verschwiegen gewesen. So hoffte sie, dem Finger-zeig der Schadenfreude zu entgehen und die harte Täu-schung wie einen Traum behandeln zu können. Sie hattevor dem glänzenden Luftschloffe, das Wüsthof ihr baute,vom Anfang an mehr gezittert, als sich hineingcsehnt. Daserleichterte ihr jetzt den Entschluß, sich den Luftbaumeistcrund sein verschwundenes Truggebäude ganz aus dem Sinnezu schlagen. Freilich hatte sic an der Schwelle desselbenihre Unschuld verlöre» und büßte dafür mit glühendenThräncn der Neue.; doch kämpfte sie der Verzweiflung ent-gegen, und fest, wie ein Fels, stand ihr Vorsatz, sich vonnun an durch ein tadelloses Leben mit ihrem strafendenGewissen wieder auszusöhncn. Ach, sie ahnte noch nicht,die Arme, wie bald sie es an sich selbst erfahren würde,daß böse Thatcn sogar oft blose Ucbercilungsfehlerden Menschen, der sich von ihren Syrencnstimme» anlockenließ, heimtückisch fasse» und in einen Strudel von Verder-ben reißen!

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Herr von Wüsthof hatte sich indessen auch nicht aufRo-sen gebettet. Seine Gemahlin ward ihm eine rächendeNemesis der begangenen Untreue.

Am Morgen nach der Brautnacht waren die edlen Herr-schaften noch darin einig, daß sie cs für das erste Geschäftansahen,, ein wechselseitiges Testament zu machen, damit