Druckschrift 
8 (1847) Zeitschwingen : mit sechs Stahlstichen
Entstehung
Seite
256
Einzelbild herunterladen
 

2S6 <§»

hörte, ward er auf einmal so heiter und froh, wie ich ihnnoch nie gesehen habe."

Sie schwärmen, Herr Hofmarschall!"

Kcineswcges, meine gnädige Frau! Ich könnte nochmehr sagen; doch das Vertrauen der Freundschaft ist mirheilig. Nur so viel glaub' ich verrathen zu dürfen, daßer mir einen Wink gab, das gegenwärtige Arrangementunserer Tafelsitze zu treffen."

Herr Hofmarschall, Herr Hofmarschall! Sic verlassensich darauf, daß ich nicht so indiscrct seyn werde, ihnüber den Grund oder Ungrnnd Ihrer Mährchcn zu be-befragen."

Meiner Mährchen? O, ich unschuldiger Märtyrerder Wahrheit! Die Zeit wird mich rechtfertigen."

3 .

Frau von Goldammer schielte während dieses Gelispelsoft nach dem Obersten hin. Er schloß daraus, die Redesey von ihm, und war nicht böse darüber, weil er hoffte,daß ihn der Ehemäkler bestens empfehlen würde. Daswar sein Wunsch; denn der Zaubcrstab des Goldes hattedie häßliche Kreuzspinne schon vor seinen Augen in einrecht leidliches Frauenzimmer verwandelt, und er brachte,als er sein und ihr Vermögen in Gedanken flüchtig zu-sammcnrechncte, ein entzückendes Facit heraus.

Aber wird mancher Leser fragen, dachte denn derheillose Mann nicht an seine Braut?

O ja, er dachte, wie er sic allenfalls wieder los wer-den könnte. Eine Treulosigkeit mehr oder weniger galtihm gleich, und hier schien vollends viel dabei zu gewinnen.