einen tüchtigen Landwirt-, lobte seinen Charakter, und schloßmit der Nutzanwendung: cs fehle ihm nichts, als einewürdige Gemahlin, um der glücklichste Mann auf demCrdenrunde zu scpn.
„Also noch Hagestolz?" fragte sie mit einem kalt hin-geworfenen Tone, um ihre aufwallende Freude dahinterzu verbergen.
„Ich bitt' um Verzeihung, meine Gnädige!" versetzteder Marschall. „Hagestolze — Hab' ich die Ehre, Ihnenzu sagen — nennt man nach unfern Gesetzen nur diejeni-gen verstockten Sünder, die fünfzig Jahre, drei Monateund drei Tage in die Welt hineinlebten, ohne zu hei-rathen. Aber von diesem Atter ist unser Oberst nochweit entfernt, und er wird es sich auch im Junggescllen-stande nicht auf den Hals kommen lassen."
„Wer weiß!" sagte die Dame. „Die Herren OfficierSsind, aus Liebe zu einem ungebundenen Leben, meistenschescheu." ,
„Das ist bei meinem Freunde nicht der Fall," entgeg-ncte der Marschall. „Er vertraute mir im Gegentheilkurz vor der Tafel, daß er je eher je lieber Hymens Ro-scnfesseln zu tragen wünsche."
„Ei, ei!" sprach Frau von Goldammer. „Drückt ersich so poetisch aus?"
„In der Regel nicht," antwortete der Marschall. „Ihr»Gnaden machten ihn blos auf einen Augenblick znm Dich-ter." —
„Ich? — Wie soll ich das verstehen?" —
„Die gnädige Frau waren eben in den Saal getreten,als er, die Augen auf Sie geheftet, jene poetische Floskelaussprach. Er fragte dann geschwind nach Dero Namenund Verhältnissen, und als er von Ihrer Wittwenschast