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war, empfing sie ihn, als Tcrritorialhcrrn, mit Ehrerbie-tung, und hielt seine altdeutsche, treuherzige Bildersprache,womit er trefflich zu täuschen verstand, für reine Töneeines edlen Gemüths. Es lag in seinem Plan, sich nichtvoreilig zu entlarven. Aber seine Vorbereitung auf einanständiges Betragen wäre kaum nöthig gewesen; dennAntonie selbst zwang ihn, sich bescheiden gegen sic aufzu-führcn. Ihr feines, sittsames Benehmen gebot Achtungund war ein Schild wider männliche Zudringlichkeit.
Der Oberste unterließ keinen Tag, sich nach seinen Man-schetten zu erkundigen. Doch, wenn er seinem eigentlichenZweck durch ein freies Wort näher treten wollte, stocktedie Zunge, wie durch magische Bande gefesselt. Anto-uiens gebildeter Geist hielt ihn immer in den gehörigenSchranken.
Auf diese Weise verstrichen einige Wochen. Nu» nahmer, so zu sagen, einen Anlauf, und faßte mit Anstrengungden Muth, Antonien seine Liebe zu erklären. Erröthendbat sie um Verschonung mit solchem Scherz; doch er be-theuerte mit Eidschwüren die Wahrheit des ihr gestandenenGefühls und drückte seinen feurigen Zusicherungen dasSiegel eines Hcirathsantragcs auf. Staunend erinnertesie ihn an die Ungleichheit ihrer Herkunft und warnte ihnvor dem Tadel der vornehmen Welt, den er durch eineMißhcirath auf sich laden würde. „Was thut das?" warseine Antwort. „Der Adel des Geistes und Herzens giltin den Augen aller Vernünftigen mehr, als der Adel desGeschlechts, oder gar der käufliche Papicradel. Zudem binich ein freier Mann, habe von meinem Thun und LassenNiemanden Rechenschaft zu geben, und frage den Henkernach den Urtheilcn übermuthiger Menschen, die sich vonStandcsgrillen beherrschen lassen." — 2» diesem Tone